Sanierung Emmingen

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Nachdem die Sanierung im Ortsteil Liptingen zu Ende geht, hatte der Gemeinderat beschlossen, für den Ortsteil Emmingen und für das Programmjahr 2018 die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm zu beantragen. Zur Vorbereitung des sehr aufwändigen Antrages wurde die KE (Kommunalentwicklung) beauftragt. Gegenstand des Antragsverfahrens ist auch die Durchführung einer sogenannten Bürgerwerkstatt, um Ziele der städtebaulichen Entwicklung und Sanierung mit der Bürgerschaft herauszuarbeiten. Dazu fand in dieser Woche am Dienstag im Foyer der Witthohhalle diese Bürgerwerkstatt statt. 14 Interessierte wurden von Bürgermeister Joachim Löffler sowie von Thomas Geissler und Jasmin Kizler von der Kommunalentwicklung begrüßt. Thomas Geissler stellte dabei zunächst die bisherigen Erkenntnisse und den Stand der Vorarbeiten dar. Ein wesentlicher Punkt war die Demografie und damit die Einwohnerentwicklung der Gemeinde Emmingen-Liptingen. Im Betrachtungszeitraum von 1991 bis 2015 hat sich die Einwohnerzahl in Emmingen-Liptingen um 3.618 auf 4.594 und damit um nahezu 30 % erhöht. Die Vergleichswerte im Landkreis Tuttlingen, in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und im Land Baden-Württemberg schwanken dabei von einer Zunahme zwischen 5 und 11 %. Emmingen-Liptingen hat sich also deutlich stärker entwickelt. In einer Bevölkerungsvorausberechnung, die als Quelle das Statistische Landesamt Baden-Württemberg benennt, wird unterstellt, dass sich bis zum Jahr 2035 die Einwohnerzahl nochmals deutlich auf knapp 4.900 Personen erhöht. Dabei ist sehr interessant, dass die Steigerungen vor allem im Bereich der über 65-Jährigen stattfinden. Der derzeitige Anteil von 15 % an der Gesamtbevölkerung wird um 550 erhöht und beträgt dann 27 % der Gesamtbevölkerung. Dass sich mit diesen demografischen Veränderungen auch veränderte Bedürfnisse ergeben, wie z.B. Mobilität, Eigenversorgung, Freizeitgestaltung, barrierefreie Gestaltung der öffentlichen Flächen, seniorengerechte Wohnformen, usw. wird hinlänglich diskutiert. Auch den Bereich Wohnen hat sich die Kommunalentwicklung vorgenommen und die Baufertigstellungen im Wohnungsbau untersucht. Im Betrachtungszeitraum von 1992 bis 2016 sind im Durchschnitt jährlich 25 Wohnungen entstanden (inklusive mehreren Wohnungen in Mehrfamilienhäusern). Unterstellt man nun die Einwohnerentwicklung bis zum Jahr 2035 mit knapp 4.900 Einwohner inklusive natürlicher Bevölkerungsentwicklung, Abnahme der Belegungsdichte und Zunahme von Wanderungsgewinnen, so werden jährlich rund 13 neue Wohneinheiten benötigt, um die steigenden Einwohnerzahlen mit Wohnungen versehen zu können. Nur knapp ging die Kommunalentwicklung auf das Thema Beschäftigtenentwicklung 2000 bis 2016 ein. Allerdings ist auch hier ein sehr rasanter Anstieg zu verzeichnen. Im Jahr 2000 lag diese Zahl noch bei rund 1.100, im Jahr 2016 bei knapp 1.800. In Relation zu der Beschäftigtenzahl pro 1.000 Einwohner hinkt Emmingen-Liptingen allerdings noch etwas hinter den Vergleichszahlen des Landkreises Tuttlingen, der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und Baden-Württemberg hinterher, wobei der Abstand deutlich verringert wurde.

Der Themenbereich städtebauliche Erneuerung war verständlicherweise der zeitintensivste, mit dem sich auch die Werkstatt beschäftigte. Dazu hatten alle Werkstattteilnehmer die Möglichkeit, vor allem in Emmingen die aus ihrer Sicht vorhandenen größten Stärken und Schwächen im städtebaulichen Bereich anzusprechen. Während sich die positiven Punkte quasi auf den ganzen Ort bezogen, waren die negativen Punkte in der vorgesehenen Gebietskulisse am stärksten vertreten. Ein Hauptbereich war die Witthohstraße sowie die Anbindung der Schul- und Hauptstraße an die Kirchstraße, die sicherlich verbesserungswürdig ist. Ein weiterer Punkt betraf die Möglichkeit, mehr Wohnungen zu generieren. Dabei fokussierte sich das Gespräch letztendlich auf den Bereich Burg, wo durch die Überbauung zwar die Wohnungen belegt sind, allerdings ein großer Leerstand im Bereich der Geschäft vorhanden wäre. Zudem sind noch einige Baugrundstücke frei, auf denen sicherlich mehrgeschossig Wohneinheiten gebaut werden könnten. Auch die Gestaltung eines möglichen Uferweges entlang des Mühlebaches war Gegenstand von verbesserungswürdigen Punkten.

Die Vertreter der Kommunalentwicklung werden nun das Ergebnis der Bürgerwerkstatt festhalten und insgesamt dem Gemeinderat in seiner Sitzung am 02.10.2017 präsentieren. In dieser Sitzung wird auch der zu stellende Antrag an das Land Baden-Württemberg hinsichtlich der Aufnahme des Ortsteiles Emmingen ins Landessanierungsprogramm besprochen.