Der Witthoh wird als regionales Ausflugziel immer beliebter

|  Emmingen-Liptingen

Wer die letzten Tage, vor allem am Wochenende und während der Weihnachtsferien, auf den Witthoh wollte, der traute fast seinen Augen nicht. Menschen in großer Zahl und alle möglichen (und unmöglichen) Stellen zugeparkt – in der Regel mit Fahrzeugen, deren Kennzeichen mit KN- beginnt. Sofort hatte man die Bilder vor Augen aus den täglichen Nachrichten, dass viele Wintersportgebiete zuletzt überrannt worden sind. Dies hat zum Teil auch für einen Aufschrei bei den Verantwortlichen gesorgt, weil oftmals die gültigen Abstandsvorschriften nicht eingehalten wurden. Nun, so schlimm ist es bei uns noch nicht. Aber wann zuvor hat man Schlittenfahrer- und Rodler auch auf den noch so kleinen Hügeln und Buckeln gesehen? Auch bei Teilen der Einwohnerschaft hat dies nicht nur für Freude gesorgt. Mancher Einwohner weicht zwischenzeitlich schon auf andere Wege und Gebiete aus, um den Menschenansammlungen zu entgehen.

Bekannt ist, dass Skihütten und Skilifte nicht geöffnet sein dürfen, auch wenn das Geschäft in diesem Winter mit der tollen Schneesituation sicher enorm wäre. Allerdings geht mit dem Besucheransturm auf dem Witthoh auch das eine oder andere Problem einher. Wohin, wenn man ein dringendes Bedürfnis verspürt? Kein WC in Sicht. Was also tun? Offenbar suchen viele dann einfach praktikable Lösungen, zwischen den geparkten Autos, rund um die Skihütte oder die Dupfée. Dies wiederum ist dann im Endeffekt kein schöner Anblick. Durch neuen Schneefall wird das Ergebnis zwar kurzzeitig kaschiert, spätestens mit einsetzendem Tauwetter tritt der unschöne Anblick aber wieder zu Tage.

Selbst die Presse hat bereits bei der Verwaltung nachgefragt und wollte wissen, was man zu tun gedenke, nachdem Hinweise auf diese Situation eingegangen sind. Nun, die Aufstellung mobiler Toiletten kommt nicht in Frage, das würde den Corona-Vorgaben zuwider laufen. Man könnte natürlich versuchen den Besuch des Witthoh zu verhindern, indem man den Hang absperrt. Aber wo anfangen und wo aufhören? Nachdem an einer Vielzahl von Stellen gerodelt und geschlittelt wird.

Unlängst war dieses Thema auch Gegenstand in einer Dienstbesprechung der Bürgermeister im Landkreis Tuttlingen. Dass man sich zum Rodeln oder Schlittenfahren, oder auch zum Langlaufen, in einem entsprechenden Bereich aufhält ist coronabedingt nicht verboten. Immer unter dem Vorbehalt, dass man die entsprechenden Vorgaben auch einhält. Mit dem Polizeirevier Tuttlingen besteht zudem die Absprache, dass mehrmals täglich eine Kontrollfahrt an die Skihänge im Landkreis erfolgt. Nach übereinstimmender Beobachtung der Polizei und der örtlich Zuständigen ist die Disziplin aus Corona-Sicht sehr gut. Natürlich gibt es Ausreißer, aber wo gibt es diese nicht.

Auch wenn es dem einen oder anderen nicht gefallen mag, dass so viele Menschen den Emminger Hausberg und viele andere kleine Buckel und Hänge bevölkern, so sollten wir doch froh sein, dass diese tolle Landschaft und das tolle Gebiet zu unserer Gemeinde gehört und wir gerne Gäste, wenn Sie sich den geltenden Vorgaben entsprechend verhalten, bei uns willkommen heißen. Zudem sind viele von uns im Sommer am Bodensee und führen dort vielleicht bei den Einwohnern zu entsprechendem Verdruss. Und spätestens, wenn die Pandemie beendet ist, wird sich die Situation auch wieder normalisieren.