Aus dem Gemeinderat vom 20.01.2020

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Gärtnerisch gepflegte Grabfelder auf den Friedhöfen

Auf immer mehr Friedhöfen wurden in den letzten Jahren Grabfelder angelegt, die von Gärtnern gepflegt werden. Der Vorteil einer solchen Lösung ist, dass Hinterbliebene keinen Pflegeaufwand haben und stattdessen einen Pflegevertrag mit einem Gärtner bzw. dessen Berufsgenossenschaft abschließen. Auch in Emmingen-Liptingen war dieses Thema vom Grundsatz her bereits diskutiert worden. Steinmetz Frank Teufel und Gärtner Arnulf Hosch, beide aus Tuttlingen und beide mit einschlägigen Erfahrungen bei solchen Projekten, wurden angefragt, ob solche Lösungen auch auf unseren Friedhöfen angeboten werden können. Dies wurde bejaht und der Gemeinderat hatte darum gebeten, vertiefende Planungen zu erstellen.

Diese Planungen wurden nun in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag von den Herren Teufel und Hosch ausführlich vorgestellt. In den geplanten gärtnerisch gepflegten Grabfeldern sollen nicht nur Urnenbestattungen, sondern auch Erdbestattungen möglich sein. Die Grabstellen sollen als Wahlgrab mit einer Ruhezeit von 20 Jahren für Urnen und 25 Jahren für Erdbestattungen angelegt werden. Wie auch in anderen Gemeinden sollen die festen Einbauten auf den Friedhöfen im Eigentum der Gemeinde stehen, das wären die Urnenröhren (Kolumbarien), die im Boden eingegraben sind, die Wege und die Wasserzapfstellen. Geplant ist, dass die Arbeitsgemeinschaft Hosch/Teufel die Planung ausführt und von der Gemeinde die Kosten für die Einbauten erstattet bekommt. Dafür werden im Haushalt 2020 für jeden Friedhof 20.000 EUR eingeplant.

In einer Reihe von Wortmeldungen sprachen sich alle Gemeinderäte befürwortend für das Projekt aus. Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass ein entsprechender Vertrag die Hinterbliebenen ca. 5.600 EUR bis 5.800 EUR kosten wird – hinzu kommen allerdings die Bestattungsgebühren der Gemeinde. Gleichzeitig wurde von der Arbeitsgemeinschaft erläutert, dass mit den Erschließungsarbeiten das gesamte Grabfeld komplett angelegt wird, also nicht Zug um Zug mit jeder Bestattung ein wenig mehr. Dies bedeutet, dass von Anfang an, also auch ab der ersten Bestattung, ein gepflegter Eindruck vorliegt. Die Bepflanzung wird dann dreimal pro Jahr gewechselt. Bei den Grabmalen wird es ein Grundangebot geben, das auch variiert werden kann, allerdings gegen Kostenerhöhung.

In Emmingen ist der vorgesehene Platz für dieses gepflegte Grabfeld im alten Teil des Friedhofes bei dem Pfarrerehrengrab. In Liptingen ist das Grabfeld vom Eingang aus gesehen im oberen linken Bereich neben dem Pfarrergrab Stemmer vorgesehen.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, der vorgelegten Planung zuzustimmen und beauftragte die Arbeitsgemeinschaft mit den entsprechenden Arbeiten. Während der Arbeiten soll mit dem Technischen Ausschuss bzw. eventuell mit dem gesamten Gemeinderat ein Ortstermin stattfinden, da man auch möchte, dass in Emmingen das Pfarrerehrengrab mit in die Planung einbezogen und nicht knapp daneben liegen sollte. Die Nutzung der neuen Grabfelder soll ab Spätsommer/Herbst möglich sein.

Die Herren Hosch und Teufel hatten eine Präsentation für den Gemeinderat vorbereitet, die hier abrufbar ist. In dieser ist auch die genaue Lage der Grabfelder dargelegt und wie die Grabmale aussehen könnten.

 

Eine weitere Information galt dem Beschluss, einen Ehrungsabend in Emmingen-Liptingen aus Anlass der 1200 Jahrfeier durchzuführen. Bei diesem Ehrungsabend werden zahlreiche verdiente Persönlichkeiten aus Emmingen-Liptingen geehrt. Unter anderem wird die Ernennung zu Ehrenbürgern für die Herren Kurt Breinlinger und Josef Keller erfolgen. Beide sind derzeit die mit dem Bürgerehrenring in Gold am höchsten geehrten Persönlichkeiten in unserer Gemeinde. Nun werden sie die höchste Ehrung, die eine Gemeinde zu vergeben hat, erfahren. Der Ehrungsabend wird voraussichtlich im Juli stattfinden.

Bürgermeister Löffler informierte weiter, dass es hinsichtlich einer Postfiliale in Emmingen offenbar eine Lösung geben werde. Derzeit wird durch die Post der notwendige Umbau vorbereitet, zudem werden Gespräche mit Bewerbern im Filialbereich geführt.

Eine weitere Information betraf das Gebäude Hauptstraße 16, ehemalige Bäcker Gassner, direkt neben dem Gasthaus Hirschen. Das Gebäude wird von der Gemeinde aufgekauft und abgebrochen, das Areal soll bis zum Jubiläumswochenende in Emmingen schön hergerichtet sein. Dann soll der Knotenpunkt Witthohstraße/Hauptstraße/Kirchstraße/Schulstraße verkehrstechnisch überprüft werden, ob eine andere Kreuzungskonzeption realisiert werden kann.

Im Bereich von Baugesuchen stimmte der Gemeinderat einem Bauvorhaben inklusive der notwendigen Befreiung zu. Es handelt sich dabei um einen Anbau an das bestehende Produktionsgebäude auf dem Flst. 7529/1 Gehrenstraße 11 A, OT Liptingen.

Aus der Mitte des Gemeinderates wurden verschiedene Themen angesprochen. Unter anderem die Verschlechterungen im ÖPNV, die innerhalb der letzten Zeit Einzug gehalten haben. So wird insbesondere aus dem Ortsteil Liptingen beklagt, dass nicht mehr allzu viele Haltestellen angefahren werden und im Ortsteil Emmingen wurde dargelegt, dass ein Bus, der durch den Ort fährt überhaupt nirgends anhält.

Rektor Tobias Finkbeiner von der Witthohschule informierte den Gemeinderat, dass derzeit geplant werde, auch an der Witthohschule den Werkrealschulabschluss ablegen zu können. Eine ganze Reihe von derzeitigen 9. Klässlern sind an einer entsprechenden 10. Klasse interessiert. Von umliegenden Gemeinden würden Schüler nach Emmingen an die Witthohschule kommen, um hier den Werkrealschulabschluss abzulegen. Dazu ist man im Gespräch und in ständigem Austausch mit dem Schulamt Konstanz. Seitens des Gemeinderates wurde für dieses Vorhaben viel Lob ausgesprochen und Unterstützung zugesagt. Zumal der Computerraum durch den Einsatz mobiler Endgeräte künftig anderweitig genutzt werden kann und damit ja ein Klassenzimmer zur Verfügung steht.