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Flurneuordnung Emmingen-Liptingen (B 311) Teilnehmergemeinschaft (TG)

TG-Vorsitzender: Thomas GAMB, Wehstetten

Übergabe der landschaftspflegerischen Maßnahmen und Erholungsmaßnahmen an die Gemeinde Emmingen-Liptingen

Die Teilnehmergemeinschaft der Flurneuordnung EMMINGEN-LIPTINGEN (B 311) (TG) und das LRA Tuttlingen, Untere Flurbereinigungsbehörde (UFB) übergeben die hergestellten Anlagen der Landschaftspflege und des Erholungswesens an die Gemeinde Emmingen-Liptingen. Dies sind 10 Ausgleichsmaßnahmen (AGMs) für Eingriffe in die Natur im Rahmen des Bundesstraßen-Neubaus "Ortsumfahrung Neuhausen ob Eck - B 311" mit einer Fläche von 1,8 Hektar und 8 AGMs für das begleitende FNO-Verfahren mit 1,4 Hektar Fläche. Sie sind "Gemeinschaftliche Anlagen" und wurden durch die TG hergestellt. Es handelt sich dabei um verschiedenartige MN wie eine Ostbaumreihe als Begleitpflanzung, Einzelbäume, Gehölzgruppen, Lerchenstreifen als Brut- und Lebensräume für die Feldlerche, extensive Grünlandflächen, Begleitpflanzungen mit Sitzgruppen auf neu angelegten Plätzen (3) und Feuchtflächen (2). Dabei wurden 68 Einzelbäume, 55 Obstbäume und ca. 600 Sträucher gepflanzt.

Die Anlagen wurden in den Jahren 2011 (Bauabschnitt I) und 2014 (Bauabschnitt II) bis 2016 (Restarbeiten) von der TG hergestellt und seit 3 bis 5 Jahren auch durch die TG betreut und gepflegt.

Weitere AGMs, die nicht in Besitz und Unterhaltung der Gemeinde übergehen, wurden auf privaten Flurstücken durch Ausstockung, Beseitigung von Windbruch und Pflegeschnitt auf insgesamt 80 Ar im Bereich Friedhag und Listlinstal durchgeführt.

30 Obstbäume konnten interessierten Eigentümern übergeben werden, die zur Strukturierung der Landschaft beitragen.

Zum Ausgleich der gerodeten Waldflächen für die B 311 wurde vom Straßenbauträger eine 1,7 Hektar große Neuaufforstung im Bereich der Erddeponie "Krebsgrund" angelegt, die ebenfalls der Gemeinde zur Pflege und späteren Nutzung übergeben wird.

Besondere, nennenswerte Maßnahmen der Landschaftspflege und des Erholungswesens:

Das "Napoleondreieck" (napoleonische Grenzziehung v. 1806) mit Nachbildungen alter Gemarkungs-, Wald- und sonstigen Grenzsteinen wurde durch einen Wanderweg (Schotter) an das bestehende Wegenetz angebunden und ermöglicht so einen Rundweg vom Dorf aus.

Beim Verkehrskreisel B 14/B 311 wurde der Wanderparkplatz mit Gehölzen bepflanzt, teilweise eingegrünt und Sitzgarnituren aufgestellt. Eine Grillstelle soll noch eingerichtet werden. Im Anschluss an den noch in Arbeit befindlichen Panoramatisch "Liptinger Alpenpanorama", erstreckt sich eine Sukzessionsfläche. Die Übergabe dieser Erholungsmaßnahme als Gesamtensemble "Grill- und Wanderparkplatz" wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Das restaurierte Feldkreuz im Gewann "Im Loch" konnte in der Nähe des alten Standorts im Bereich der Feuchtflächen mit eigenem Platz und ergänzt mit Bepflanzung und Sitzgruppe neu aufgestellt werden.

Das "Schlehenbeißerdreieck", wie von Kurt Breinlinger erst benannt, im Gewann "Pfaffenloch" als Wegegabelung zwischen Asphalt- und Schotterweg, dient wie auch die anderen Gehölzpflanzungen insbesondere der Beschaffung von "Grundsubstanzen" für die Liptinger Brauchtumsfasnet!

In Zusammenarbeit mit der Witthoh- und der Liptinger Grundschule wurden 24 Nistkästen im Werkunterricht gebastelt und im FNO-Gebiet aufgehängt. Dieses Projekt könnte im kommenden Winter/Frühjahr nochmals wiederholt werden, war aus den beiden Schulen zu vernehmen. Auch die TG steht einer weiteren Aktion "Nistkästen" positiv gegenüber.

Kosten der Maßnahmen:

Die Herstellung, Betreuung und Pflege der AGMs beanspruchen zur Finanzierung einen Betrag von ca. 80.000 EUR (20.000 EUR für die B 311 / 60.000 EUR für die TG) im Gesamtvolumen von rund 1,15 Mio. EUR der Ausführungskosten für das FNO-Verfahren. Der Kostenanteil der TG wird wie alle Ausgaben der TG mit 83 % von der EU, vom Bund und Land B-W bezuschusst und 17 % wären von der TG (Teilnehmer) (TN) zu bezahlen. Da aber die Gemeinde sich bereit erklärte, die nicht durch Zuschüsse gedeckten Kosten zu übernehmen, trägt diese Kosten die Gemeinde. Sie ist dazu bereit, einen Betrag von ca. 70.000 EUR zur Entlastung der TN als freiwilligen Beitrag zu den Ausführungskosten zu leisten.

Tuttlingen, 13. Dezember 2016

G. Baur

Personen v. li.: Josef Knopf, H. Sprenger und Mersch (Regierungspräsidium Freiburg), Frank Siegel, Helmut Braun, Bürgermeister Joachim Löffler, TG-Vorsitzender Thomas Gamb, Annett Brunner (Landratsamt Tuttlingen - Landwirtschaftsamt), Kurt Breinlinger, H. Szymkowiak (Landratsamt Tuttlingen - Untere Naturschutzbehörde), Förster Bernhard Seßler
Rund 200 Schlehen wurden auf einem kleineren Wiesendreieck gepflanzt
Grenzsteine am Napoleonischen Dreieck mit Erläuterungstafel
Obstbaumreihe entlang der B 311